Februargeschichten

Grau in grau kam er daher, der Februar. Ein Monat, der mich meine Liebe zu Winter und Schnee für einen Moment vergessen ließ. Eigentlich bin ich ein Winterkind, aber der Februar war diesmal definitiv nicht mein bester Freund. Umso schöner ist es da, dass die ersten Frühlingsblümchen sich ihren Weg gen Himmel bahnen und hoffentlich bald die ersten warmen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke linseln. Schön, dass uns der März seit heute "hallo" gesagt hat und der Frühling somit nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Natürlich durfte das Geschichten-lesen aber trotz Matschwetter und viel Arbeit nicht fehlen und so habe ich wieder die schönsten, inspirierendsten und beeindruckendsten Geschichten heraus gesucht. Das Schöne an all den Geschichten ist ja, dass sie so unterschiedlich sind. Viel Spaß beim Entdecken!

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Wer wir sind


Wir alle kennen diese kleinen, fiesen Gedanken, die uns wie der Schalk im Nacken sitzen. Gedanken, die uns an uns selbst zweifeln lassen, die uns hinterfragen lassen, was wir eigentlich können, ob wir überhaupt zu irgendetwas fähig sind und ob die große, weite Welt da draussen das, was wir gut können, letztendlich auch wirklich braucht. Viel zu oft trauen wir uns nicht, etwas anzupacken, nur weil irgendjemand uns einmal gesagt hat, dass wir das sowieso nicht schaffen werden. Nie im Leben werden wir das hinbekommen. Und wenn überhaupt, dann sicher nicht besonders gut. Es gibt sie immer, die Menschen in unserem Leben, die uns glauben lassen wollen, dass unsere Ideen und Träume oder Visionen völliger Humbug sind und wir genau die nicht realisieren oder verwirklichen können. Irgendwann aber realisieren wir selbst, dass wir es doch können, wenn wir es wagen. Denn wie heißt es so schön? Jeder sagte, dass das unmöglich sei, bis einer kam und es möglich machte.

Auch mir kommt all das sehr bekannt vor und ich kann fast schon ein Lied davon singen. Da hieß es zum Beispiel, dass ich dieses Buch niemals würde schreiben können. Und nun? Nun schreibe ich es trotzdem, denn irgendwann, an einem Punkt, den ich gar nicht wirklich benennen kann, wurde mir klar, dass es das Wichtigste ist, selbst daran zu glauben und herauszufinden, wer wir eigentlich sind. Sobald wir das wissen, ist fast nichts mehr, dass wir uns erträumen und realisieren möchten, unmöglich. In meinem Artikel Warum du immer das tun solltest, was dich glücklich macht habe ich bereits über dieses Thema geschrieben. Die liebe Gesa von Wonderful Wild hat in einer Geschichte ihre Gedanken dazu aufgeschrieben. Was glaubst du, wer du bist?! ist ein wundervolles Manifest an das, was in jedem von uns steckt. Eine Geschichte, die wirklich jeder von uns mindestens einmal gelesen haben sollte.

Adventure is calling


And I must go. So oder so ähnlich dachte sich das wohl auch Carina und erzählt die Geschichte der schlimmsten Autofahrt, die sie bisher erlebt hat. Schon alleine mit dem Titel hatte sie mich völlig in ihren Bann gezogen und fast war mir klar, dass es sich dabei um eine Autofahrt auf meinem Lieblingskontinent handeln musste. Ich habe sogar richtig mit ihr mitgefiebert, denn solche Autofahrten sind in Afrika an der Tagesordnung und auch ich habe bereits die ein oder andere dieser sehr speziellen Fahrten hinter mir. Zwar weiß ich aus eigener Erfahrung, dass auch die beunruhigendste dieser Autotouren früher oder später ein Ende hat und sich die Strapazen doch lohnen, aber im ersten Moment ist man einfach nur heilfroh, dass das nochmal glimpflich ausgegangen ist und man, wie in der Geschichte von Carina, im Paradies angekommen ist. Thats Africa for you, bleibt da wohl nur noch zu sagen.

Liebeserklärung an Indien


Die vielleicht schönste Liebesgeschichte an ein Land, die ich bisher gehört habe, ist die, die Alexandra erzählt. Es ist eine Liebesgeschichte der anderen Art, aber sie könnte zauberhafter nicht sein. Eine Liebesgeschichte über die Beziehung zu einem ganzen Land, die unglaublich berührt und mit richtig tollen Momentaufnahmen von Indien gespickt sind.

Syrien-schöne Erinnerungen


Um ehrlich zu sein fehlen mir für die folgenden Geschichten ein bisschen die Worte. Die Geschichten, die ich dir jetzt zeigen werde, sind die Geschichten aus einem Land, von dem ich bereits viele schöne Geschichten gehört habe, das aber gerade jetzt von den schlimmsten Geschichten überschattet wird.

Seit November letzten Jahres gebe ich Deutschunterricht für Flüchtlinge und Migranten. In einem meiner Kurse ist ein Syrer, der bereits vor ein paar wenigen Jahren, als sich herauskristallisiert hatte, dass die Situation im Land immer schlimmer wird, mit seinen drei kleinen Mädchen und seiner Frau geflüchtet ist. Jedes mal, wenn er beginnt, von seinem Heimatland zu erzählen, fällt es ihm schwer, die Emotionen zu unterdrücken. Mir wiederum fällt es schwer, bei all den Geschichten, die er über Syrien zu erzählen hat, nicht traurig zu werden. Er erzählt oft von den Syrern, der Landschaft und wie schön das Land einmal war. Er erzählt, wie er und seine Frau nach der Hochzeit ans Meer gefahren sind. Dann wird er kurz still und bemerkt, dass heute dort niemand mehr ans Meer fährt, um Urlaub zu machen oder die Flitterwochen am Strand zu verbringen. Er erzählt von der größten Kirche das Landes und der Moschee in Damaskus. Lese ich dann die Geschichten, die Dominik erzählt, und schaue mir seine schwarz-weiß Bilder dazu an, überkommt sie mich wieder, diese Traurigkeit. Aber da ist noch etwas. Etwas, das mir ein kleines Lächeln über die Lippen huschen lässt, denn neben all den schlimmen Geschichten, die wir über Syrien hören, braucht es Geschichtenerzähler wie Dominik und meinen Kursteilnehmer, die uns von schönen Erinnerungen, die sie mit dem Land verbinden, berichten.

Die Geschichte zu Aleppo
Krak des Chevalier
Die Geschichte zu Damaskus

Kommentare

  1. Liebe Wibke,

    wundeschön geschrieben, wie Du den Februar empfindest und wie Du von Dir ausgewählten Februargeschichten beschreibst. Ich tauche mit ein. Und freue mich natürlich riesig, dass mein Valentinsliebesbrief an Indien mit dabei ist.

    Viele liebe Grüße aus dem immer noch winterlichen München!
    Alexandra

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    1. Liebe Alexandra,
      es freut mich, dass dir die Februargeschichten-Sammlung gefällt. Nachdem ich deine Geschichte gelesen hatte war sofort klar, dass sie unbedingt mit in die Februarsammlung muss. Sie ist einfach so schön geschrieben.

      Grüße nach München

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Hier ist Platz für deine Sonnenstrahlen.

Ich freue mich über jeden einzelnen Sonnenstrahl von dir, der den Weg zu mir findet.